Luftaufsicht: Wer oder was ist das?

Back12 August 2017

Wo Verkehrsströme fließen, bedarf es Regeln, damit alles reibungslos funktioniert.

Wo es Regeln gibt, müssen diese auch eingehalten werden. Ebenso muss ihre Einhaltung kontrolliert werden.

Im Straßenverkehr übernehmen diese Aufgabe die Polizeien der Länder, auf dem Wasser sorgen die Beamten der Wasserschutzpolizei für Sicherheit und Ordnung. In der Luftfahrt fällt diese Aufgabe der Luftaufsicht zu.

Die Luftaufsicht wird von den Bundesländern in Bundesauftragsverwaltung ausgeübt. In Nordrhein-Westfalen ist sie den Bezirksregierungen in Düsseldorf (für die Regeierungsbezirke Düsseldorf und Köln) und Münster (für die Regierungsbezirke Münster, Detmold und Arnsberg) angeschlossen. Sie untergrliedert sich in die Örtlichen Luftaufsichtsstellen, die an allen größeren Flugplätzen angesiedelt sind, und die Überörtliche Luftaufsicht, die alle anderen, meist kleineren Flugplätze betreut.

Je nach Betriebsgenehmigung eines Flugplatzes darf Luftverkehr nur dann stattfinden, wenn ein "Sachbearbeiter für Luftaufsicht" (SfL) am Platz zugegen ist. Dies gilt für alle Flughäfen.

Einsatzfahrzeug der Luftaufsicht

Die Mitarbeiter der Luftaufsicht verfügen über weitreichende hoheitliche Befugnisse. Sie dürfen den Luftverkehr einschränken oder gar ganz unterbinden, wenn es der Gefahrenabwehr dient. 

Die Hauptaufgabe der Luftaufsicht ist die Abwehr von Gefahren für den Luftverkehr sowie von Gefahren durch den Luftverkehr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Die rechtliche Grundlage des Handelns der Luftaufsicht findet sich in § 29 des Luftverkehrs-Gesetzes (LuftVG). Hierzu gehören u.a.

  • Kontrollen der Infrastruktur an Flugplätzen
  • Kontrollen an Luftfahrzeugen und deren Besatzungen
  • Überwachung der Abfertigungs-Prozesse am Boden
  • Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten und - unter Hinzuziehung der Landes-Polizeibehörden - Straftaten

Ebenso können Sachbearbeiter für Luftaufsicht die Zusatz-Qualifikation zum "European Aviation Inspector" erwerben und führen dann im Rahmen des Luftsicherheits-Programmes der "European Aviation Safety Agency" (EASA) Inspektionen an Luftfahrzeugen durch. Im Rahmen dieses Programmes werden insbesondere Luftfahrzeuge aus nicht-europäischem Drittland auf Einhaltung der recht hohen europäischen Sicherheitsstandards überprüft. 

Sachbearbeiter für Luftaufsicht müssen über spezielle Qualifikationen verfügen. So müssen sie im Besitz einer gültigen Pilotenlizenz sein. Sie sind verpflichtet, Dienst-Flüge als Pilot durchzuführen. Darüber hinaus müssen sie an regelmäßigen Fort- und Weiterbildungen teilnehmen. Hierzu gehören die Themen Luftfahrzeugtechnik ebenso wie Verwaltungs- und Polizeirecht.